Kalifornien,  Redwoods

Durch Mammutbäume zum Pacific Coast Highway

30. Juli – 3. August

Nach drei Corona-Nächten im Motel fühlten wir uns fit genug, um weiterzufahren und zumindest ein bisschen was in der Natur zu unternehmen, wo man auch genug Abstand zu anderen Leuten halten kann. Die Redwood National and State Parks boten sich dafür super an und standen sowieso als Nächstes auf dem Plan. Das Gebiet erstreckt sich entlang der Küste Nordkaliforniens und umfasst den Redwood Nationalpark sowie die Staatsparks Jedediah Smith, Del Norte Coast und Prairie Creek.
Direkt bei Cresecent City liegt der Jedediah Smith Park, den wir als erstes ansteuerten. Dort fuhren wir die Howland Hill Road, eine ca. 7 Meilen lange Dirtroad, die quer durch den Wald voller Redwood-Mammutbäume führt.

Auf halber Strecke machten wir einen Spaziergang durch den Stout Memorial Grove, wo wir die beeindruckenden riesigen Bäume aus nächster Nähe bewundern konnten. Obwohl der Rundweg nur einen guten Kilometer lang war und es kaum Höhenunterschiede gab, waren wir beide dank Corona danach ganz schön platt.

Zufällig trafen wir am Visitor Center Flos Mama und Bruder wieder und machten mit ihnen (mit viel Abstand) noch einen zweiten Spaziergang durch den Wald. Diesmal auf dem Simpson-Reed und Petterson Memorial Trail.

Wir fuhren weiter auf dem Highway 101 an der Küste entlang bis kurz vor den Del Norte Coast Park, wo wir für die Nacht einen Stellplatz auf einem kleinen Pullout direkt am Strand fanden.

Auch im Del Norte Coast Park machten wir am nächsten Morgen einen kleinen Spaziergang zwischen den Mammutbäumen und verbrachten danach den Nachmittag am Strand im Redwood Creek Beach County Park.

Weil Flos Corona-Test an diesem Tag immernoch sehr schnell und sehr deutlich anschlug, suchten wir uns einen Stellplatz auf BLM-Land mitten im Nirgendwo im Landesinneren, um dort nochmal zwei Nächte auszukurieren. Der Weg zur Lacks Creek Management Area, wie das BLM-Gelände heißt, führt über eine 7 Meilen lange und teils ziemlich holprige Dirtroad, lonht sich aber definitiv. Am zweiten Tag dort wechselten wir nochmal zu einem Platz ein paar hundert Meter weiter, wo wir besseren Internetempfang und außerdem abends einen wunderschön kitschigen Sonnenuntergang hatten.

Nach dieser erneuten coronabedingten Zwangspause fuhren wir weiter Richtung Süden über die Avenue of Giants, eine 31 Meilen lange Parallelstraße zum Highway 101, die quer durch weitere wunderschöne, beeindruckende Redwood-Wälder führt. Beim Visitor Center des Humboldt Redwoods State Park machten wir eine kleine Pause und spazierten noch ein letztes Mal über den dortigen Nature Trail durch den Wald.

Auf unserer Reise 2019 waren wir im Sequoia Nationalpark, der ebenfalls für seine Mammutbäume bekannt ist und waren auch dort schon von den Baumriesen sehr beeindruckt. Die Redwood-Wälder an der Küste haben uns beide aber nochmal ganz anders fasziniert. Während man sich im Sequoia-Nationalpark fühlt wie in einem Museum, wo man von einem „ausgestellten“ Mammutbaum zum nächsten läuft, kann man sich in den dichten, spürbar alten Redwood-Wäldern zwischen den teilweise um die 100 Meter hohen Bäumen regelrecht verlieren. Mein Nationalpark-Führer beschreibt die Wälder als kathedralenartig und das trifft es wirklich ganz gut. Gerne wären wir hier auch für ein oder zwei Nächte zum Backpacken gegangen, aber dank Corona fühlten wir uns dazu leider nicht in der Lage :-/

Wo die Avenue of Giants aufhört, beginnt der Highway 1, auch bekannt als Pacific Coast Highway. Viel davon sehen konnten wir allerdings nicht, denn es hatte dichter Nebel aufgezogen. Bei Mendocino fanden wir einen Stellplatz an einer Straße hinter dem regionalen Flughafen. Nicht besonders schön (deshalb auch kein Foto), aber gut genug für eine Nacht. Zum Frühstücken zogen wir am nächsten Tag um an den immernoch wolkenverhangenen Strand bei Mendocino.

Am späten Vormittag riss es dann endlich auf, sodass wir einen schönen kleinen Spaziergang in der Sonne am Bowlingball Beach machten. Den Namen hat der Strand von den runden Felsen, die dort liegen und tatsächlich ein wenig an Bowlingkugeln erinnern.

Nur ein kleines Stück weiter die Straße runter gab es noch eine kleine Roadside-Attraction. Dort steht die Sea Ranch Chapel, ein wie auf der Website beschrieben „überkonfessioneller Zufluchtsort für Gebet, Meditation und spirituelle Erneuerung“.

Weil wir eine kleine Fahrpause brauchten und Hunger bekamen, fuhren wir zum „Café Aquatica“. Kurz davor erspähten wir an einem weiter unten liegenden Strand eine große Vogelkolonie und noch weiter Richtung Wasser einige Robben <3 Nach einer kleinen Weile konnten wir uns von dort wieder losreißen und gingen ins Café, das wirklich schön in einer Bucht liegt, aber (zumindest in diesem Sommer) einen entscheidenden Nachteil hat: dort wimmelt es nur so von Wespen. Es war so schlimm, dass wir unser Essen nahmen und damit ins Auto setzten.

Wir fuhren an diesem Tag noch bis zur kleinen Küstenstadt Bolinas, wo wir noch einen kleinen Abendspaziergang am Strand machten. An einer Straße im Wald über der Stadt fanden wir einen Stellplatz für die Nacht mit Meerblick.

3 Kommentare

  • Max Haimerl

    Hi ihr Zwei…

    dachte wir waren bei den Mammutbäumen im Sequia, aber die gibts scheinbar öfter in Kalifornien. Aber sehen ja fast noch beeindruckender
    aus als die „kleinen“ die wir gesehen hatten. Und das ihr Angelika und Jakob nochmal getroffen habt ist auch nett !
    Dann die Bowling Bahn, die moderne Kapelle die wirklich sehr hübsch ist, der Nebel des Grauens und am Ende die Robben…….
    was für langweilige 4 Corona-Tage ihr doch durchzustehen hattet dafür kann ich euch nur beneiden.

    Liebe Grüßé Euer (Schwieger-) Papa Max

  • Birgit Beham

    Liebe Stephie, lieber Florian,

    das ist ein wunderschönes, tatsächlich kitschiges Bild von eurem inzwischen sicher recht liebgewonnenen Transportmittel, eurem Suff SUV ;), quasi zum Abschluss und Abschied von eurer langen wunderschönen Reise.
    Ich habe mich auf jeden neuen Bericht gefreut! Vielen lieben Dank dafür!
    Da die Reise noch nicht ganz zuende ist, freue mich schon auf´s nächste mal aus Mexiko!

    Liebe Grüße!

    Mami/Birgit

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